Foto: Netatmo
08.09.2026
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Private Wetterstationen unterstützen die Klimaforschung

Citizen Science gewinnt in der Wetter- und Klimaforschung zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Privatpersonen erfassen mit eigenen Wetterstationen Daten zu Temperatur, Niederschlag, Wind und Luftqualität. Die Messungen können dazu beitragen, lokale Wetterverhältnisse detaillierter abzubilden und bestehende meteorologische Messnetze zu ergänzen..

Offizielle Wetterstationen befinden sich häufig in größerem Abstand zu Wohngebieten. Zwischen einzelnen Messpunkten können deshalb lokale Unterschiede auftreten, die in allgemeinen Wettervorhersagen nur begrenzt berücksichtigt werden. Besonders in Städten können die Abweichungen erheblich sein.

Ein Beispiel ist der Urban-Heat-Island-Effekt. Bebauung, Asphalt und Beton speichern Wärme und können dazu führen, dass dicht bebaute Bereiche höhere Temperaturen erreichen als das Umland. Auch Gelände, Vegetation, Gewässer und lokale Windverhältnisse beeinflussen das Wetter auf kleinem Raum. Private Wetterstationen können zusätzliche Messpunkte schaffen und dadurch ein detaillierteres Bild des lokalen Mikroklimas liefern.

Daten aus dem Alltag für die Forschung

Bei Citizen-Science-Projekten arbeiten interessierte Bürger:innen mit wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen. Je nach Projekt werden dabei beispielsweise Temperatur, Niederschlag, Luftqualität oder andere Umweltdaten erfasst. Die kontinuierlichen Messungen können über längere Zeiträume Veränderungen dokumentieren und für wissenschaftliche Auswertungen zur Verfügung stehen.

Auch Netzwerke privater Wetterstationen werden inzwischen für Forschungszwecke genutzt. Daten von Stationen des Anbieters Netatmo wurden unter anderem in Untersuchungen zum Stadtklima in Berlin, Bochum und Köln eingesetzt. Dabei ging es beispielsweise um lokale Temperaturunterschiede und die Modellierung von Hitzebelastungen in unterschiedlichen Stadtbereichen.

Auch außerhalb Deutschlands werden private Wetterdaten in der Meteorologie eingesetzt. Das Norwegische Meteorologische Institut (MET Norway) nutzt seit mehreren Jahren Daten privater Wetterstationen unter anderem zur Ergänzung von Radarmessungen und für meteorologische Modelle. Ein dichtes Netz zusätzlicher Messpunkte kann dabei helfen, kleinräumige Wetterentwicklungen genauer abzubilden.

Private Wetterstationen ersetzen damit keine professionellen meteorologischen Messnetze. Sie können diese jedoch ergänzen und zusätzliche Informationen über das lokale Wetter, Mikroklima, Temperaturverteilung, Niederschlag und Wind liefern. Für die Citizen Science eröffnet sich damit eine Möglichkeit, alltägliche Messungen für die Erforschung von Wetter und Klima nutzbar zu machen.

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