AV-Receiver Marantz Cinema 30 im Test, Bild

Cinema 30 von Marantz im Test

Die ungefähre Lesezeit beträgt 8 Minuten
Einzeltest > AV-Receiver > 21.04.2024

Heimkino-Sound de luxe

Manch ein Cineast verfügt über den Luxus einer Heimkino-Installation, die seitens Größe und Ausstattung schon an ein kleines Kino erinnert. Für alle, denen eine herkömmliche Sound-Installation nicht ausreicht, hat Marantz AV-Receiver wie den Cinema 30 im Programm. Wir haben uns den Boliden genauer angehört.

Test AV-Receiver · Marantz Cinema 30

Der Cinema 30 verfügt nicht über sieben oder neun Leistungsendstufen, wie beispielsweise der Cinema 50 oder der Cinema 40; ganze 11 Endstufen sorgen in dem Schmuckstück für reichlich Antrieb. Denn ein Schmuckstück ist der im Japanischen Shirakawa gefertigte AV-Receiver trotz seiner schieren Größe. Allein die stufig versetzten Seitenteile mit ihrer sorgfältig verarbeiteten Oberfläche glitzern mit ihrem besonderen Schliff eben wie Schmuck. Wie ab einer bestimmten Preisklasse üblich, verschwinden auch beim Cinema 30 die meisten frontalen Bedienelemente hinter einer soliden Klappe. Darüber hinaus hat man hier die Wahl zwischen einer schwarzen Oberfläche oder einer in markantem Silber-Gold. In der Mitte sitzt natürlich das ebenfalls markante runde Display, flankiert nur von den beiden massiven Drehknöpfen.   

Jede Menge Konstellationen
Im schönen Gehäuse stecken insgesamt 11 Leistungsendstufen, die ihren Output an bis zu 13 Lautsprecher-Terminals verteilen. Damit lassen sich ebenso zahlreiche, wie komplexe Lautsprecher- Konstellationen befeuern, so werden Konstellationen von 7.1.4 oder 5.1.6 möglich. Fünf der Terminal-Paare sind fest zugeordnet, die übrigen acht lassen sich relativ frei konfigurieren. So kann man beispielsweise bis zu sechs Lautsprecher für den Höhen-Eindruck, also die dritte Ton-Dimension einsetzen, oder man nutzt deren vier und erweitert mit den übrigen beiden11 Paaren wahlweise den Back- oder den Front- Surround-Sound. Sie lassen sich allerdings auch für reinen Stereo-Betrieb beispielsweise in einer zweiten Hörzone konfigurieren, während der Zeit fallen sie natürlich im Heimkino aus, die Umschaltung zwischen den Zonen erfolgt bequem per Fernbedienung. Noch vielfältiger werden die Möglichkeiten, wenn aktive Lautsprecherboxen ins Spiel kommen; der Marantz kann nämlich über die Vorstufen sogar bis zu 13 Kanäle versorgen. Auf diesem Weg stehen außerdem zwei Stereo- Ausgänge für ebenfalls zwei separate Stereo- Zonen zur Verfügung. Damit ist das Potential des Cinema 30 allerdings längst noch nicht ausgeschöpft, kann er doch bis zu vier Subwoofer gleichzeitig ansteuern. Damit kann er sowohl in den beiden Stereo-Hörzonen zusätzliche Bass- Unterstützung liefern, als auch in der Heimkino- Installation für zusätzlichen Druck sorgen. Das kann in manchen Räumen durchaus notwendig sein, vor allem um akustisch ungünstige Rahmenbedingungen zu kompensieren, da diese in vielen Fällen vor Allem die Performance im Tieftonbereich beeinflussen.  

Audio- und Video-Input  
Wichtig ist natürlich auch, welche Quellen, ob nun Bild oder Ton, den Weg in den Cinema 30 finden. Neben den drahtlosen Eingängen, wie WLAN und Bluetooth, gibt es insgesamt vier digitale Buchsen, zwei in optischer, und zwei in koaxialer Ausführung.

AV-Receiver Marantz Cinema 30 im Test, Bild
Die meisten frontalen Bedienelemente verschwinden hinter einer soliden Klappe
Als zusätzlicher Eingang für digitale Daten fast jeglicher Art fungiert die gut zugängliche USB-Buchse an der Frontseite. Acht analoge Cinch-Eingänge öffnen zudem Tür und Tor für diverse Zuspieler, darunter darf sogar ein Plattenspieler sein, der Marantz verfügt nämlich über einen entsprechenden Eingang mit Phono-Vorverstärker. Insgesamt sieben HDMI-Eingänge und drei -Ausgänge ermöglichen dem Cinema 30 darüber hinaus ein flexibles Handling der Video- Signale. Im Heimkino kann man beispielsweise zwischen dem Fernsehgerät für Nachrichten und Daily Soaps, sowie dem Beamer für den ultimativen Filmgenuss wählen. Der dritte Anschluss kann in einer zweiten Zone eine ganz andere Quelle wiedergeben. Alle Ausgänge können zudem die volle Bandbreite, also auch 8K-Signale wiedergeben, solange nicht zwei gleichzeitig betrieben werden. In dem Falle hat der Hauptausgang, der zudem eARC-kompatibel ist absoluten Vorrang, in der zweiten Zone muss man sich dann „nur“ mit 4K-Auflösung begnügen. Neben den sieben HDMI-Eingängen war auf der Rückseite des Cinema 30 sogar noch Platz für drei analoge Video-Eingänge; zwei davon für das einfache Composite- und ein weiterer für das hochwertigere Komponenten- Signal. Auch diese werden an die drei Ausgänge weitergereicht, nachdem sie vorher entsprechend aufgepeppt wurden.  

Installation und Einmessung  
Keine Frage, die Anschluss- und Konfigurationsmöglichkeiten mit dem Cinema 30 sind alles andere als überschaubar, da bekommt der Einrichtungs- Assistent, der fest in allen AV-Receivern von Marantz integriert ist, noch eine ganz andere Dimension. Er führt Schritt für Schritt vom korrekten Anschluss sämtlicher Lautsprecher und Quellen, hilft zudem bei der Anbindung ans Netzwerk und bei der Kalibrierung der angeschlossenen Lautsprecher. Während der fortgeschrittene Cineast bei der Verkabelung und Einbindung ins Netz womöglich noch ohne Unterstützung zurechtkommt, sollte auch er nicht versäumen, die angeschlossenen Lautsprecher mit Hilfe der Raumkorrektur- Software an die Raumakustik anzupassen. Dieser erfolgt per Audyssey MultEQ XT Software, die hier in der höchsten Ausbaustufe implementiert ist, in der unter anderem eine ausgeklügelte Anpassung der vier möglichen Subwoofer enthalten ist. Das erforderliche Messmikrofon gehört ebenso zum Lieferumfang, wie das Papp-Stativ, welches wir allerdings immer zugunsten einer leichten, aber trotzdem stabileren Variante aus Metall beiseite lassen. Darüber hinaus ist der Cinema 30 zudem hardwareseitig für die Korrektur per Dirac Live vorbereitet, sodass auch Klang-Experten zu ihrem Recht kommen dürften, die dazugehörige Software für Smartphone, Tablet oder PC ist allerdings kostenpflichtig. Je nach Lautsprecher-Konstellation kann das Einmess-Prozedere schon einige Minuten dauern, schließlich werden insgesamt acht Messdurchgänge vorgenommen, für jeden sieht der Vorgang eine etwas andere Positionierung des Mikrofons vor. In jeder Position wird jeder Lautsprecher einzeln mit dem Messsignal gefüttert. Die knappe halbe Stunde ist allerdings gut investiert, denn zum Lohn bekommt man ein optimales 3D-Sound-Erlebnis und zwar an jedem Platz in der Sitzgruppe oder auf der Couch.   

Der perfekte Kinosound  
Nachdem wir das ganz große Lautsprecher-Besteck mit dem Cinema 30 verbandelt, und alles akkurat eingepegelt haben, ist es nun endlich an der Zeit, die Früchte der Mühen zu ernten. Nachdem die Atmos-Testscheibe wie üblich den ersten Durchgang gemacht hat, wandert ein Film nach dem anderen in den Player. Der Regen prasselt direkt von der Decke, überfliegt ein Hubraschuber oder Drachen die Szenerie auf der Leinwand, zucken wir unwillkürlich zusammen. Kampfgetümmel oder klaustrophobische Tunnelszenen treiben einem die Gänsehaut gleich schauerweise über den Rücken. Der Sub liefert druckvolle Explosionen mit subsonischen Ausmaßen und bleibt dabei stets präzise. Das einzige Problem, was sich nach dem Einsatz des Cinema 30 stellt, der Weg zurück in ein kleiner dimensioniertes Heimkino-Erlebnis fällt außerordentlich schwer.


Fazit

Mit dem Marantz Cinema 30 können Sie selbst das größte Heimkino mit raumfüllenden Kinosound versorgen. Die üppige Ausstattung und die hohen Leistungsreserven werden dabei nur selten an die Grenzen stoßen. Dabei sieht er auch noch gut aus, ganz egal, ob sie sich für die schwarze oder silber-goldene Variante entscheiden.

04/2024
Marantz - Cinema 30
KategorieAV-Receiver
ProduktCinema 30
HerstellerMarantz
Getestet vonThomas Johannsen
Preis
Vertrieb Masimo Consumer, Nettetal
Telefon 02157 12080
Internet www.marantz.de
Technische Daten
Abmessungen (B x H x T in mm) 442 x 189 x 457
Gewicht 19,4 kg
Leistung Stereo (4 Ohm / 8 Ohm in Watt) 235 W x 162 W
Rauschabstand: 94 dB
Kanaltrennung: 64 dB
Klirrfaktor: 0,013%
Stromverbrauch (Aus / Standby / 2 x 5 Watt) – x 0.1 x 65 W
Ausstattung
Eundstufen / Dekoder 11 x 13.4
Dolby Atmos / DTS:X / Auro 3D / THX x x x
USB-Formate MP3, WMA, AAC, FLAC HD 192/24, WAV 192/24, ALAC 192/24, DSD 2.8 MHz und 5.6MHz
DSP-Programme / Auto-Einmessung – x Audyssey MultEQ XT32 / Dynamic EQ / Dynamic Volume / LFC
Frontanschlüsse (USB / HDMI / Analog / Phones) x x x #
Eingänge Audio (Analog / Phono / opt. / elektr.) 8 x 1 x 2 x 2
Eingänge Video ( HDMI / FBAS / YUV) 7 x 2 x 1
Ausgänge Audio (Analog / opt. / elektr.) 13.4-pre-out, Zone 2 und Zone 3 Pre-Out, 4 x Subwoofer x 0 x 0
Ausgänge Video (HDMI / FBAS / YUV) 0 x 0 x 0
Multiroom / Bi.-Amping x
Streaming / FM-Tuner / Internet-Radio x – x
Netzwerk / WLAN / Bluetooth x x
Besonderheiten 8K Pass-Through, HEOS, MAX Enhanced, Auro-3D, DIRAC Live
Klang 40 %
Labor 10 %
Praxis 25 %
Ausstattung 25 %
Bewertung:
+ 11 starke Endstufen
+ umfangreiche Raumkorrektur
+/- Internetradio integriert
Note
Vorheriger Test

HP7 von Ezviz im Test

Nächster Test

Visitor 2V von Bea-fon im Test

image_suche_alle_tests