Energiespar-Batterie
Ein Balkonkraftwerk produziert seinen Strom meistens genau dann, wenn man selbst gar nicht so viel davon benötigt. Ohne Speicher landet der Überschuss im öffentlichen Netz. Abends, wenn der Verbrauch wieder steigt, kommt von den Solarmodulen dagegen kaum noch etwas.
Balkonkraftwerk-Speicher Indevolt SolidFlex 3000 Hybrid Pro
Genau dafür ist der Indevolt SolidFlex 3000 Hybrid Pro* gedacht. Der Speicher nimmt tagsüber die Sonnenenergie auf und gibt sie gezielt am Abend wieder ins Hausnetz ab. Wir haben uns den Balkonkraftwerkspeicher näher angeschaut.
Ausstattung und Anschlüsse
Den Indevolt-Energiespeicher gibt es in zwei Ausführungen. Die Modelle unterscheiden sich nicht nur preislich, sondern vor allem bei den Anschlussmöglichkeiten. Der 3000 AC besitzt keinen direkten Anschluss für Solarmodule und wird über einen Wechselstromanschluss mit einer bestehenden Solaranlage kombiniert. Unser Testmuster, der 3000 Hybrid Pro, bietet dagegen vier separate Eingänge für Solarmodule und kostet rund 1.000 Euro.
Schon auf den ersten Blick macht das Gerät einen hochwertigen Eindruck. Mit seinen 22 kg ist es allerdings kein Leichtgewicht. Da der Speicher in der Regel auf dem Balkon oder in der Garage aufgestellt wird, ist das im Alltag kein Problem. Auf der Oberseite zeigt ein großes Quickstart-Menü-Schaubild die einzelnen Anschlussmöglichkeiten. Für den Anschluss von Solarmodulen stehen vier separate MPPT-Eingänge zur Verfügung, die jeweils bis zu 750 Watt PV-Leistung aufnehmen können. Insgesamt sind damit bis zu 3.000 Watt PV-Eingangsleistung möglich. Die Speicherkapazität des SolidFlex 3000 Hybrid Pro beträgt 2.010 Wh.
Notstromsteckdose
Im normalen Balkonkraftwerkbetrieb kann der SolidFlex 3000 Hybrid Pro bis zu 800 Watt ins Hausnetz einspeisen.
Mit maximal 800 Watt erfüllt der Indevolt die gesetzlichen Anforderungen für die zulässige Ausgangsleistung. Möchten Sie mehr einspeisen, müssen Sie die Anlage als reguläre Photovoltaikanlage anmelden und die geltenden technischen Anschlussbedingungen sowie die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Für die direkte Versorgung einzelner Verbraucher besitzt das Gerät außerdem einen separaten Off-Grid-Ausgang mit einer Leistung von bis zu 3.000 Watt. Hierüber können Sie bei entsprechender Leistungsaufnahme auch größere Geräte direkt mit Strom aus dem Speicher versorgen. Das ist beispielsweise bei einem Stromausfall oder an Standorten ohne regulären Netzanschluss interessant. Über die Off-Grid-Steckdose lässt sich außerdem ein Mikrowechselrichter anschließen, um den Speicher zu laden.
Sie können den Indevolt-Speicher auch mit zusätzlichen Akkumodulen erweitern. Beim Akku setzt Indevolt auf halbfeste Batteriezellen (Semi-Solid-State). Der SolidFlex arbeitet außerdem mit einer passiven Kühlung und kommt damit ohne dauerhaft laufende Lüfter aus. Bei der Aufstellung sollten Sie darauf achten, dass ausreichend Abstand zur Wand eingehalten wird, damit die Wärme abgeführt werden kann.
Einrichtung und Inbetriebnahme Der Anschluss der Solarmodule ist dank praktischer Steckverbindungen schnell erledigt. Zur Verbindung mit dem Hausnetz wird das zugehörige Kabel einfach in eine geeignete Steckdose gesteckt. Alternativ lassen sich Verbraucher direkt über eine klassische Schuko-Steckdose am Gerät versorgen. Nachdem wir unsere beiden Solarmodule angeschlossen haben, laden wir die kostenfreie Indevolt-App auf unser Smartphone herunter. Für die Einrichtung wird eine gültige E-Mail-Adresse verlangt. Außerdem müssen auf dem Smartphone die Standortdienste, Bluetooth und WLAN aktiviert sein.
Nach dem Einschalten wird unser Testmuster sofort gefunden. Anschließend fordert die App uns auf, den QR-Code am Gerät zu scannen und führt uns mit einem Installationsassistenten durch die Einrichtung. Nach der Verbindung mit dem WLAN und der Eingabe des WLAN-Schlüssels können wir die gewünschte Betriebsart auswählen.
In den weiteren Optionen lassen sich anschließend unter anderem Lade- und Entladeleistungen begrenzen sowie zeitgesteuerte Ladepläne einrichten. Sämtliche Einstellungen können natürlich auch später noch in der App geändert werden.
Unser Testmuster bezieht zunächst Strom von den angeschlossenen Solarmodulen und lädt seinen Speicher auf. Währenddessen machen wir uns mit den Funktionen der App vertraut. Da wir den Indevolt zunächst nicht in unser Hausnetz integrieren, sondern die separate Steckdose nutzen möchten, aktivieren wir im Menü den entsprechenden Off-Grid-Ausgang.
Die App im Praxistest Die App ist sehr umfangreich und gehört mit zu den Stärken des Systems. Das Hauptmenü zeigt übersichtlich, was die Solarmodule gerade produzieren, wie hoch der Akkustand ist und wie viel Leistung ins Haus abgegeben wird. Alle Werte können Sie sich auch als Detailanzeige oder als Tages-, Wochen- und Monatswerte anzeigen lassen. Neben festen Lade- und Entladezeiten erlaubt die App eine manuelle Echtzeitsteuerung und bietet einen Eigenverbrauchsmodus. Dadurch können Sie den Speicher ziemlich genau an den eigenen Tagesablauf anpassen. So können Sie beispielsweise festlegen, dass Sie ab 19 Uhr Abends 200 Watt vom Speicher ins Hausnetz einspeisen möchten. Dadurch steht Ihnen dann ein Teil der tagsüber erzeugten Energie genau zu dem Zeitpunkt zur Verfügung, an dem die Solarmodule ohnehin nichts oder kaum noch etwas liefern. Ein intelligenter Modus kann das Laden und Entladen zudem an die aktuellen Strompreise anpassen.
Smart-Home-Integration Seine Stärken spielt der Indevolt-Speicher auch in Kombination mit weiteren Smart-Home-Komponenten aus. Sie können den Speicher mit einem geeigneten Strommessgerät wie Shellys Pro 3EM oder Wechselrichtern von Solarman, Deve oder Growatt verbinden. Hierdurch erhält das System dann Informationen über den aktuellen Stromverbrauch und kann seine Steuerung daran ausrichten. Einen weiteren Pluspunkt bietet eine offene API-Schnittstelle mit der Sie den Indevolt auch unter anderem in Home Assistant einbinden können.